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19.06.2019 | Webdesign Blog

Ladezeiten optimieren heißt: Benutzerfreundlichkeit steigern

Und die Suchmaschine freut sich auch.

Geht ihnen das auch so? Nach langem Suchen endlich einen vielversprechenden Eintrag bei Google oder einen Link zum begehrten Thema gefunden, voller Freude auf den Link geklickt, und dann … passiert lange erstmal nichts. Wer gefühlt ewig auf eine weiße Fläche starren muss, verliert schnell die Lust. Leser warten nicht gerne. Suchmaschinen übrigens auch nicht, aber dazu später mehr.

Lange Ladezeiten vergraulen Leser. Aber wie kann man den Ladevorgang beschleunigen, ohne auf lieb gewonnene Inhalte verzichten zu müssen?

Kurz gesagt: indem man jeden Baustein der Seite einzeln umdreht, Überflüssiges entfernt, anderes optimiert oder einfach nur in der richtigen Reihenfolge anbietet. Der Vorgang besteht oft aus einer Vielzahl kleiner Maßnahmen. Zum Glück gibt es Tools, die einem helfen können.

Ladegeschwindigkeit messen

Vor der Optimierung steht die Messung: Wie schnell lädt meine Seite eigentlich wirklich? Am eigenen Rechner gemessene Ladezeiten sind nicht wirklich aussagekräftig, oft spielt die Geschwindigkeit des eigenen Internetanschlusses dabei die größte Rolle. Verlässlichere Aussagen erhält man mit Tools, die die Messung online durchführen, allen voran:

Google Page Speed

Das Tool ist einfach zu benutzen: Geben Sie Ihre Internet-Adresse ein, klicken Sie auf Analysieren und los geht´s. Nach einigen Sekunden erhalten Sie das Ergebnis, es besteht zunächst aus einer Punktzahl von 0-100. Sollte Ihre Seite bei 90 oder mehr liegen und grün hinterlegt sein, gibt es kaum noch was zu tun.

Andernfalls schlägt Google Page Speed gleich eine Reihe von konkreten Maßnahmen vor, um das Ergebnis zu verbessern. Dann gilt es: Prüfen Sie die einzelnen Vorschläge, lesen Sie die zusätzlich hinterlegten Hinweise und setzen Sie soviel wie möglich davon um. Sie können die Analyse jederzeit wiederholen, mit jeder erfolgreich umgesetzten Maßnahme sollte sich das Ergebnis verbessern.

Noch mehr Infos bietet übrigens das im Chrome Browser eingebaute Lighthouse. Gehen Sie dazu in Chrome auf das Menü-Icon ganz oben rechts, dann auf Weitere Tools / Entwicklertools und dann in der Kopfzeile auf Audits. Hier können Sie in etwa die selben Test wie auf Google Page Speed durchführen, erhalten aber zusätzlich noch weitere Informationen, z.B. zu den Themen Suchmaschinenoptimierung und Barrierefreiheit.

Erste Maßnahmen: Server-Einstellungen

Ein zeitgemäß ausgestatteter und korrekt eingerichteter Web-Server ist die erste Voraussetzung für ein gutes Ergebnis. Meldet Ihr Analyse-Tool schlechte Serverantwortzeiten, sollten Sie sich dazu mit Ihrem Provider auseinandersetzen. Gerade bei Massen-Providern mit günstigsten Paket-Preisen ist die Performance oft mangelhaft – dann hilft nur ein Wechsel oder ein Upgrade.

Aber unabhängig von der zur Verfügung stehenden Performance gibt es einige Server-Einstellungen, die die Ladezeiten beeinflussen: Komprimierung aktivieren, Cache-Richtlinie richtig einstellen, Weiterleitungen vermeiden – all das sind Punkte, die sie zwar ohne technische Vorkenntnisse wohl nicht selber umsetzen können, aber auf die Sie Ihren Webdesigner oder den Support Ihres Providers ansprechen sollten, wenn das Analyse-Tool hier Probleme gefunden hat.

Bild-Dateien optimieren

Einen weiteren wichtigen Faktor haben Sie jedoch selbst in der Hand: Bilder beanspruchen oft einen Großteil der Ladezeit. Und hier gibt es einige Optimierungsfaktoren.

Auflösung: Achten Sie darauf, dass die Auflösung der Bild-Datei nicht viel höher ist als benötigt. Wenn ein Bild auf der Web-Seite mit einer Breite von 60 Pixeln dargestellt wird, reicht auch eine Bild-Datei mit eben dieser Auflösung, Full-HD ist dann einfach nicht erforderlich.

Datei-Formate: Nach wie vor kommen leider nur JPG und PNG ernsthaft in Betracht. Neue Bild-Formate sind zwar auf dem Weg, aber zumindest heute werden diese eben noch nicht ausreichend von allen Browsern unterstützt.

Komprimierung: Stellen Sie bei JPG die Bildqualität auf maximal 85 ein. Wenn Ihnen die Datei dann trotzdem noch zu groß vorkommt, gehen Sie mit der Bild-Qualität so weit herunter, wie sie es gerade noch verschmerzen können.

Meta-Daten: Für alle Datei-Formate gilt: Entfernen Sie überflüssige Meta-Daten. Niemand will wirklich die Brennweite der Kamera oder die ISO-Empfindlichkeit des Bildsensors wissen - außer vielleicht auf einer Fotografie-Seite. Digitalkameras heften solche Informationen oft einfach an die Bild-Datei an - vor der Verwendung im Web sollten diese Daten entfernt werden.

Wer keine geeignete Bildbearbeitungs-Software zur Verfügung hat, kann dazu und auch zur Komprimierung Online-Tools nutzen, z.B.:

tinyJPG

tinyPNG

Compressor.io

Suchmaschinenoptimierung durch schnellere Ladezeiten?

Seit Mitte 2018 ist es offiziell: die Ladegeschwindigkeit ist ein Ranking-Faktor bei Google für mobile Webseiten. Geglaubt haben wir es schon lange, jetzt wissen wir es auch. Allerdings ist der Einfluss auf das Such-Ergebnis deutlich geringer als der von passenden Schlüsselworten und inhaltlicher Relevanz.

Google Blog-Beitrag zum Thema Ladegeschwindigkeit

Optimieren sollten Sie die Geschwindigkeit aber auch noch aus einem anderen Grund: Die Crawling Frequency, also die Häufigkeit, mit der Google Ihre Seite analysiert um neue Inhalte ins Suchergebnis aufzunehmen, wird bei langer Ladedauer von Google reduziert – man möchte schlicht und ergreifend Strom und vor allem Server-Zeit sparen. Wenn sie also schnelle Erfolge bei der Suchmaschinenoptimierung anstreben, sollte auch Ihre Web-Seite schnell laden.

Über den Autor

Alex Zierlinger | Webdesigner aus Darmstadt

Alex Zierlinger
Webdesigner & PHP-Entwickler
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